Freitag, 26. Dezember 2014
Malen mit Zahlen
Im Dezember ist es jeweils an der Zeit, dass ich mich um die Buchhaltung von BIKE BUTLER kümmere um den Jahresabschluss vorzubereiten. Die Anforderungen werden jedes Jahr etwas grösser, dies einerseits weil es zunehmend besser läuft und sich dadurch die Transaktionen erhöhen, andererseits brachte die Rechtsform der GmbH mit der Buchführungspflicht, mit MWST und anderen gesetzlichen Vorgaben noch zusätzlichen Aufwand. Hinzu kommt, dass ich selbst keine kaufmännische Vorbildung habe und deshalb ein paar Dinge dazu lernen muss. Wobei dies alles ist eigentlich gar nicht das Problem.
Das Erste was mich stört ist, dass die ganze Zahlen auflist und hin und her schieberei letztendlich genau das widerspiegelt, was man zu Beginn der Arbeit ja schon weiss. Ich blicke auf den Bankkontostand und in die Barkasse, vergleiche deren Saldo mit dem Vorjahr und schon kann ich eine Bilanz ziehen. Punkt. Aber nein, ich muss jede Bankbewegung buchhalterisch erfassen, jede Quittung oder jeden Beleg kategorisieren und jedes kleine hin und her dokumentieren. Und zum Schluss weiss ich dann zwar tausend Details, doch das Ergebnis bleibt sich gleich.
Das Zweite was mich stört ist die Einseitigkeit der Betrachtung. Je mehr Zahlen man auflistet und einander gegenüber stellt, desto grösser wird die Bedeutung dieser Zahlen. Irgendwann versucht man das ganze Leben zu erklären anhand von Zahlen (was heute ja leider gang und gäbe ist). Es entstehen Kennzahlen, Messgrössen, Indikatoren und zahlenbasierende Ziele als ob diese Zahlen irgendeine Qualität beinhalten würden. Es ist nur Verstandes-Müll oder modern ausgedrückt Mind-Fuck. Zahlen sind Futter für den Verstand, doch das Leben an sich kümmert sich nicht um den menschlichen Verstand.
Und als Drittes beklage ich ja schon über das ganze Jahr hinweg, dass man sich weniger von Zahlen als von Erfahrungen und Erlebnissen beinflussen lassen sollte. Da kommen mir solche Zeiten, in denen Zahlen ganz stark in den Vordergrund rücken, natürlich nicht entgegen. Deshalb nannte ich den heutigen Titel "Malen mit Zahlen": In dem man in diesen Malbüchlein durchnummerierte Punkte verbindet, entsteht eine Figur oder eine Zeichnung, die eine ganz andere, neue Qualität erreicht. So gesehen sind Zahlen also nicht nur schlecht, sie können auch eine schöpferische Tätigkeit unterstützen. Ich versuche in meinem von Zahlen verwirrten Kopf also wieder Frieden zu finden...
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